Roots of Rock´n´Roll...

Wenn man etwas von No Name hört, denkt man im Allgemeinen zunächst an Produkte von Billigmärkten und nicht an die Band No Name aus Neu-Isenburg. Die Umstände der Namensfindung in den frühen 80er Jahren ist uns leider nicht mehr in genauster Erinnerung, dürfte aber weniger in gewollten Wortspielchen als in purer Einfallslosigkeit begründet sein. Einen guten Namen haben wir uns schnell in all den Jahren "erspielt", Jahre die so mancher als "eheähnliches" Verhältnis bezeichnen würde. Wie Hunderte von anderen Bands haben auch wir uns in den Anfangsjahren bei Freunden und Bekannten unbeliebt gemacht in dem wir sie damit nervten ständig nach Auftrittsmöglichkeiten zu fragen, haben für lau auf Polterabenden gespielt - nur weil irgend jemand mit der Braut in einer Schule war.

Was man doch alles über sich ergehen lässt nur um berühmt zu werden ;-)...ja ja, die Leiden der Musiker- wer noch nie früh morgens, noch leicht verschwitzt mit belegter Stimme und schmerzenden Füssen (-in meinem nächsten Leben werde ich Schlagzeuger) nach Hause kommt weiß eben nicht wie schrill und laut singende Vögel sein können, dazu gibt es wirklich noch Arbeitgeber die das mit dem Musizieren nicht so Ernst nehmen und Unterschriften auf Urlaubsscheinen verweigern, besonders zur Faschingszeit. Aber Spaß hat es immer gemacht, auch wenn ich am Schreibtisch lautlos zusammengebrochen bin. In dieser Zeit ergaben sich einige schöne Arrangements die bis heute andauern. So spielen wir seit 1987 auf dem wunderbaren Altstadtfest in Neu-Isenburg für den Volkschor 1862.

Curiosities...

Auch einiges Kurioses gibt es zu berichten, zu diesem Thema ist das Stadtteilfest von Bergen-Enkheim (Frankfurt) noch in Erinnerung. Nicht besonders materialschonend war der Umzug von Enkheim hoch nach Bergen den wir auf einem fahrenden LKW musikalisch begleiteten. Ein funktionierendes Stromaggregat und breitbeiniges Stehen in Fahrtrichtung war dann alles worauf wir uns noch verlassen konnten (wohl dem der nicht stehen musste, an dieser Stelle möchte ich meinen Wunsch mit dem Schlagzeuger wiederholen).

Auch Veranstalter kommen mal ins Schleudern... Es war Sommer, also Open-Air Zeit, als sich ein Kleingartenverein anschickte das alljährliche Sommerfest zu veranstalten. Genügend Bier wurde bestellt, Würstchen bei dem Metzger des Vertrauens eingekauft und wie jedes Jahr die Band No Name für die gute Stimmung im Zelt engagiert - nur uns hätte man es auch sagen sollen! Der von den Vorbereitungen der Festlichkeiten etwas überlastete Kleingartenoberzwerg hat einfach vergessen uns anzurufen, wir haben allerdings morgens in der Presse von unserem Gig am Abend erfahren, unseren Kram eingepackt und sind mal hingefahren. Auch wenn ich deren Metzger heute kein Vertrauen mehr entgegenbringe war es ein tolles Fest.

Just for friends...

Nun, vor gar nicht allzu langer Zeit begann die "Musikerehe" Früchte zu tragen. Unsere erste CD (siehe: s´geht doch...) erblickte die Laserabtaster der Welt. Auch die Zeit im Studio ist eine Erfahrung die wir allen anderen Musikern nur empfehlen können. Wir hatten mit dem Rock`n`Roll Studio Stefan Gensert einen guten Griff gemacht. Tolle Atmosphäre, prima Arbeit, Stefan bekommt heute noch von uns das Prädikat "Goldene Stimmgabel". Obwohl wir ja wirklich keine Profis sind und schon gehörigen Respekt vor den kritischen Ohren unseres Tontechnikers und der unbestechlichen Aufnahmequalität der A-DAT Bänder hatten, kann sich das Ergebnis hören lassen.

Zumindest werde ich mir die Scheibe irgendwann in ferner Zukunft an einem langen Winterabend mit meinem Enkel anhören. Mit stolzgeschwellter Brust werde ich sagen: "Hör mal, da singt Opa" - "schön Opa, aber kannst du mir nochmals erklären was in aller Welt eine CD ist ???" dürfte dann die Antwort sein. Die Technik ändert sich, was vor einigen Jahren noch ein amtlicher Amp war ist heute eine Kaffeebohne, was man früher mit Schlaggitarre und Akkordeon spielte erledigt man heute mit einer Aktiv-PA, gestern mono - heute Dolby-Surround... zum Glück ändern wir uns auch. Dokumentiert hat diesen menschlichen Zerfall durch aktives Instrumentenquälen unser Fotograf "Mister Nikon" Michael Kohl, der auch die Bilder für das Cover- und Inletdesign knipste. Seit einigen Jahren steht uns für diese Aufgabe der Fotograf Detlef Möbius zur Verfügung, der auch ein exzellenter Schlagzeuger ist. Mit besonderem Stolz begleiteten wir Deddy bei seinem Heimspiel am 08.03.2018 in der Stadthalle Langen musikalisch als Opener des Abends.

Ein herzliches Danke schön an alle die sich bis zu dieser Stelle vorgelesen haben, ich selbst finde diese ellenlangen Texte auf den Homepages eher unnötig, daher bewundere ich eure Kondition, aber dies mal zu schreiben lag mir am Herzen.

In diesem Sinne Chris

P.S. s´geht doch weiter...